Interview mit Amateurfotografen Tobias

Was bedeutet für Dich Fotografie?
Womit beschäftigst Du Dich beruflich (falls Fotografie nicht Dein Beruf ist)?
Auch wenn ich nur ein interessierter Laie ohne Zusatzausbildung bin, ist Fotografie für mich keine Flucht, sondern im Gegenteil eine stärkere Hinwendung zu dem, was mich umgibt. Natürlich beeinflusst das Geschichts- und Kulturstudium sowie die Arbeit im außerbetrieblichen / außerschulischen Pädagogikbereich die Art und Weise wie ich Bilder mache. Das läßt sich nicht trennen. Es ist also keine Flucht, sondern besterdings eine ästhetische Auseinandersetzung.

Wie bist Du zur Fotografie gekommen?
Das ist eine lange Geschichte geprägt von gescheiterten Versuchen.
Meine erste Kamera war eine Kompakt-Filmkamera mit Infarot, die ich zu Weihnachten bekam und die mich dann doch recht schnell langweilte, weil ich mit ihr nicht das machen konnte, was ich als größenwahnsinniger 11jähriger eben so machen wollte.
Dann kam lange Jahre nichts, außer ein paar Schnappschüssen auf diversen anderen Filmkameras, die mich zwar faszinierten, aber kaum das hielten, was ich mir von ihnen versprochen hatte. So kamen sie also nur im Familienrahmen oder während diverser Urlaube zum Einsatz.
Vor vier oder fünf Jahren folgte dann nach einigem weiteren Point-and-Click-Abenteuern der neuerliche und hoffentlich gereiftere Versuch, erneut Anlauf zu nehmen – irgendeine Fuji FinePix Kamera musste dafür herhalten. Die wurde aber schnell zu klein und es folgte eine Nikon D70s DSLR, die ich bis heute gern auslöse und die wohl für viele andere auch der Einstieg ins digitale Zeitalter war.
Nach nur ca. 8000 Auslösungen muss ich jedoch gestehen, bin ich zur analogen Fotografie zurück gekehrt und nutze heutzutage fast ausschließlich eine originale Lomo LC-A Kompakt aus dem Jahr 1987 sowie eine zickige, aber liebenswerte Pentax ME Super (f1.4 / 50mm).

Wer ist Dein(e) Lieblingsfotograf(in)?
Die Ausstellung zu Robert Capa im c/o Berlin hat mich beeindruckt, aber es gibt keinen Fotografen oder Künstler, der mich immer und überall überzeugt. Das ist durchaus positiv gemeint. Ich stehe als Laie vielen Richtungen und Strömungen offen gegenüber und bediene mich am Oeuvre verschiedenster Künstler, glaub ich.

Was inspiriert Dich?
Das muss ich wohl vom Gegenteil ausgehen.
Ich möchte nicht als jemand gelten, der mit einer 6000 Euro teuren Ausrüstung technisch einwandfreie Bilder von Brandmauern, Gebäuden, Zäunen usw. macht.
Mich reizen Situationen mehr als Menschen.

Dein positivstes Erlebnis in der letzten Zeit war…..
Das betrifft mein „professionelles“ Leben und hat mit der Fotografie wenig zu tun.
Positiv ist es natürlich immer dann, wenn man positives Feedback bekommt. Vor allem dann, wenn man es gar nicht erwartet.

Hast Du einen Lieblingsort?
Für eine lange Zeit war das „Holocaust Mahnmal“ in Berlin mein besonderer Ort. Ich kehre immer wieder gern dorthin zurück, auch wenn sich die Art und Weise, wie ich diesen Ort wahrnehme, mittlerweile stark verändert hat.
Zwei weitere, oft vergessene Orte sind der Geschichtspark auf dem ehemaligen Zellengefängnis Lehrter Strasse in Berlin, sowie das ULAP-Gelände in unmittelbarer Nähe (beides in Nähe das Hauptbahnhofs). Nicht, um neue Ansichten zu gewinnen, sondern einfach nur als Oase im Tam-Tam der Hauptstadt kehre ich dorthin gern zurück.

Auf welches Foto bist du stolz?
Da möchte ich gar kein Bild besonders herausheben.
Es geht um’s Ganze.

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1 comment on this postSubmit yours
  1. richtig gut, genau die art von fotos die ich mag, vor allem das letzte

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