Interview mit Fotograf Michael Buehler.

Interview mit Fotograf Michael Buehler. Herzliche Grüße zum Geburtstag!Deine Fotokunst für Dich ist …
Leidenschaft.
Mein instrument, mit dem ich der wahrnehmung des inneren sehens ausdruck verleihen kann.
oft geschieht es so, dass mich etwas in der aussenwelt berührt oder elektrisiert, dem fliesst meine aufmerksamkeit zu, dieses muss ich fotografisch bearbeiten und ausloten. dies kann ein gesicht, ein wasser, eine wolke, ein ding, irgendwas sein. Fotografie ist in diesem sinne auch ein raum der alchemie.

An welchen Projekten arbeitest Du jetzt?
Im moment reorganisiere ich mein gesamtes archiv und gebe einigen künstlerischen arbeiten die finale form.
das heisst ich lese aus, setze die reihenfolge fest und printe die bilder in der gewünschten grösse aus, lasse sie einrahmen oder in eine form binden.

Mein wichtigstes projekt ist zur zeit der tryptich: ALBULA 1 / ALBULA 2 / ALBULA 3
an diesem projekt arbeite ich seit 2002. voraussichtlich beende ich es dieses jahr, da mir im herbst 2009, bei meinem letzten bergaufenthalt klar wurde, was der inhalt des 3. teils sein wird.
die arbeit gleicht einer mystischen wanderung, wobei der berg mir herausforderer und gefährte ist.
das wesentliche mittel, dieser erfahrung ausdruck zu verleihen, ist in dieser arbeit die dehnung der zeit durch langzeitbelichtung, verlangsamung
des chemischen entwicklungsprozesses durch kälte, sowie das verwenden längst abgelaufener negativ- oder polaroidfilme und zuguterletzt doppelbelichtungen.

Strebst Du nach der Perfektion in Deinen Werken, oder lässt Du auch Platz für Freiheiten?
Hauptsächlich arbeite ich mit analogem material, da der eigentliche akt des bildermachens hauptsächlich auf meinem gefühl und auf erfahrung beruht.
das heisst, dass ich keine visuelle kontrolle anwende. meine wesentlichsten entdeckungen im reich der fotografie kommen aufgrund des blinden
drauflosarbeitens zustande. indem ich alles wissen und planen loslasse, gehe ich ganz im moment auf und es kommen bilder zustande, die ich mir
nicht im voraus ausdenken kann, ihnen eher durch intuitives arbeiten auf der spur bin und dran bleibe bis zu einem gefühl der ruhe. dies kann sich
sehr schnell oder durch viel geduld ergeben.

Was genau willst Du auf Deinen Fotos festhalten?
Mich interessiert das hintergründige, die magische seite des “ausserhalb meiner selbst”. sei dies arbeitend in der natur, mit objekten
oder menschen. es gibt die ebene, auf der alles miteinander verbunden ist und aufeinander reagiert. da ich als beobachter auftrete
und ich mich aus meinen vorstellungen der dinge befreie, tritt oft eine magische seite hervor.
einen berg so abzubilden wie ich ihn erblicke, rechne ich der ursprünglichen idee von fotografie zu, ein vergleichbares zeugnis “von etwas” abzulegen.
die erfahrung als fühlender mensch geht über dies rein visuelle hinaus. mich interessiert ihn auf dem bild zu sehen, wie ich ihn gefühlt habe, wie ich ihn im inneren gespräch erfahre.

Wo sind die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk? Und ist es wichtig, beides voneinander zu unterscheiden?
Ohne gekonntes handwerk bleibt der raum für den künstlerischen ausdruck bescheiden klein. als verschränkung inspirieren sie sich.
ich denke, dass kreativität und inspiration dort zum tragen kommen, wo ich mich ganz hingeben kann, traumwandlerisch sicher meine bewegungen ausführe
und auf diese weise virtuos agierend im spiel bin.
zudem lass ich meine 1x1m farbabzüge auf ilfochrom vergrössern. dies verlangt nach einem meister dieses handwerks um meine künstlerischen visionen umzusetzen.
glücklicherweise arbeite ich mit einem solchen seit 10 jahren zusammen.

Was begeistert Dich?
Schönheit – ein vogel der singt, eine blume, ein authentischer mensch, eine wolke, fallendes haar, knirschen des schnees, ein berg der spricht, rauschen in den blättern,
ein blick – tuchfühlung mit mir.

Was fällt Dir beim Fotografieren am Schwersten?
Einfach eine fremde idee auszuführen, wie wenn fotografie nicht die weite der imagination bieten würde.
dies ist typisch für mich, da ich lieber an meinem anspruch von freiheit scheitere als mich zu verdingen.

Wer ist Dein(e) Lieblingsfotograf(in)?
Existiert in diesem sinne nicht. es sind bilder, die mich berühren. dies beginnt bei caravaggio, geht weiter zu leonardo da vinci, rembrandt, vermeer,
turner, vallotton, man ray, frank, bresson, sophie calle, avedon, etc.

Interview mit Fotograf Michael Buehler. Herzliche Grüße zum Geburtstag!

Interview mit Fotograf Michael Buehler. Herzliche Grüße zum Geburtstag!

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3 total comments on this postSubmit yours
  1. klasse, würde ich an meine wände hängen aber ich die prints sind bestimmt teuer, aber wert wäre es alle mal

  2. Wunderbar. Ich habe das Gefühl, in Michaels Bildern zu versinken. Es ist nicht mehr „Ich sehe ein Bild“, vielmehr „Ich bin im Bild“, Teil der Versenkung. Eine Weite, eine mystische Unbestimmtheit hin zu einer jenseitigen Klarheit. Das andere Sehen. Und schön, im Interview einen Blick in das innere Mysterium des Menschen Michael Buehler zu erhalten. Danke – und weitergehen.

  3. Michael
    das ist schön…

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