Interview mit Fotograf Bernd Schönberger

Deine Fotografie für Dich ist …
Meine Fotografie ist für mich meine Sicht auf die Dinge, sie gibt mir ein Verständnis für die Zusammenhänge in der Welt in der ich mich bewege.

Was genau willst Du auf Deinen Fotos festhalten?
Zur Zeit portraitiere ich gerne und viel. Es sind sehr unterschiedliche Menschen und ich freue mich jedes Mal, wenn es mir gelingt, Nähe und Vertrautheit herzustellen, trotz dieser ja eigentlich unnatürlichen Situation mit all der Technik.
Fotografiere ich eine Gruppe von Menschen finde ich es spannend wie sichtbar wird in welcher Beziehung die Menschen zu einander stehen. Ich sehe mir dann an, welchen Abstand die einzelnen Personen haben, wer wohin schaut, zu wem sich die Menschen öffnen und vor wem oder was sie sich schützen.
In jeder Gruppe gibt es ein natürliches Bedürfnis nach Nähe und Abstand zu den Anderen.
Ein Bild dieser Anordnung ist für mich ein Dokument. Deshalb rede ich nicht gerne rein und sage: stell dich so hin und mach die Hand mal dadrauf. Fängt man damit an, verlassen sich die Fotografierten darauf und warten auf weitere Anweisungen anstatt sich in ihrer eigenen Art zu bewegen.

Strebst Du nach der Perfektion in Deinen Werken, oder lässt Du auch Platz für Freiheiten?
Fotografen sind immer auch Perfektionisten mit einem hohen Maß an Disziplin, denn sie sind bestrebt um eine Darstellung, die sie im Idealfall selber zufrieden macht und erst dann andere.
Trotzdem gibt es viel Freiheit in der Komposition von Bildern und ich bin schnell bereit mein Konzept den sich verändernden Begebenheiten anzupassen, wenn die Veränderung in eine lebendige Richtung deutet.
Wenn mir etwas gezeigt wird, was nicht vereinbart war und damit unvorhersehbares geschieht, bin ich oft tief bewegt davon und liebe meinen Beruf gerade an dieser Stelle.
Dann ist es wie ein Rausch der mich durch mein Objektiv mit der anderen Person auf intime Art verbindet.
Häufig sind das recht leise Momente. Ich meine nicht nackte Haut, sondern das sichtbar werden von menschlichen Zügen mit großer Authentizität und Ehrlichkeit.
Schwierig ist es wenn zum Beispiel ein Auftraggeber eine sehr starre Vorstellung hat, die keinen Platz lässt für Freiheit.
Dabei entstehen Bilder die funktionieren sollen und alles wirkt dermaßen konstruiert das man besser Puppen und Teddybären fotografiert hätte.

Wer ist Dein(e) Lieblingsfotograf(in)?
Ich schätze die Arbeiten von Jim Rakete und Richard Avedon und Tim Walker mag ich gerne ansehen.
Jim habe ich als sehr junger Fotograf mal in seinen Räumen in Hamburg besucht. Ich wußte nicht was ich eigentlich von ihm wollte.
Er hat sich mit mir an einen Tisch gesetzt mir einen Kaffee ausgegeben und sich meine fünf zusammenhanglosen Bilder angesehen
die ich recht groß und teuer auf Cibachrom habe printen lassen, damit sie wertvoller erscheinen und über meine Unsicherheit hinwegtäuschen.
Er hat wenige Sätze mit mir geredet und mir etliche Fragen gestellt.
Bei der Verabschiedung hat er sich tief vor mir verneigt, danach bin ich stundenlang durch Hamburg geirrt.
Die Erinnerung an diesen Besuch hat mich noch Jahre später irritiert und beeindruckt.

Zur Internetseite von Bernd Schönberger

Interview mit Fotograf Bernd Schönberger

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2 total comments on this postSubmit yours
  1. Feine Arbeiten, forschend nach Zusammenhang und Beziehung. Auch Requisite, Kostüm, Accessoire, Bühne dienen der Forschung, sind gleichzeitig Trittsteine zur Durchquerung der Fremdheit und unterstreichen viel Spiel. Was würde passieren, wenn du weniger davon gebrauchst?

  2. Nach meiner Erfahrung ist nicht nur das Verhältnis der Personen auf dem Bild zueinander aussagekräftig, sondern das Bild einer oder mehrerer Personen wird völlig anders, wenn man vor den Aufnahmen viel über die Personen in Erfahrung bringen kann. Ich lass mir vor der Aufnahme viel Zeit, um etwas über die Menschen zu erfahren, um mir „ein Bild über sie machen zu können“.

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