Interview mit Fotograf Lars Wendlandt

Deine Fotografie für dich ist…
… die Möglichkeit, Stimmungen oder Situationen, so wie ich sie in der Sekunde des Auslösens gefühlt habe, einzufangen – was mich, wenn es klappt, außerordentlich entspannt und befreit.

Womit beschäftigst Du Dich beruflich (falls Fotografie nicht Dein Beruf ist)?
Hauptberuflich bin ich seit über 6 Jahren als Mediendesigner selbstständig. Seit Ende 2009 arbeite ich auch als freier Fotograf, hauptsächlich für unsere örtliche Tageszeitung, oft bei Musik- oder Theaterveranstaltungen.

Erzähle bitte ein wenig über Dich und darüber, wie begannst Du zu fotografieren!
Bin ein ziemlich gemütlicher Mensch, glaube ich, und ich kann sehr lang nur von Schokomüsli und Latte Macchiato leben. Als musikbegeistert würde ich mich auch bezeichnen. Singe (und schreie) z.B. seit einigen Jahren in einer äußerst abgedrehten, aber sehr sympathischen Band der etwas lauteren Art, höre aber auch Klassiksachen oder elektronische Musik sehr gern. Fotografiert habe ich schon als Kind ab und an mit Papa´s „Reporterkamera“, einer alten Minolta. Jahre später war ich bei verschiedenen Urlaubsgelegenheiten analog und dann irgendwann mit digitaler Kompaktkamera unterwegs. Allerdings habe ich mich damals nie mit technischen Details beschäftigt, sondern wollte eher einfach und ohne großes Nachdenken Momente einfangen – war auch alles nebenbei, mal in den Ferien und auf keinen Fall regelmäßig. Das erste Mal bewußt mit fotografischen Grundlagen in Kontakt gekommen bin ich wohl während meiner Ausbildung zum Mediendesigner. In der Agentur, in der ich lernte, gab es ein Fotostudio und ich habe gelegentlich dem Fotografen dort, meist bei Produktfotografie, über die Schulter geschaut.

Irgendwann bekam ich eine kompakte, aber schon teilweise manuell einzustellende Kamera zum Geburtstag geschenkt. Mit der fing es dann an, dass ich Konzerte nicht nur zum Gucken und Lauschen besucht habe, sondern dort auch manchmal Bildmaterial ergattern konnte, wenn die Bühnenausleuchtung es zugelassen hat. Da ich ungern blitze und die Kleine bei solchen Veranstaltungen deutlich an ihre Grenzen stieß, war klar, dass es in Richtung Spiegelreflexkamera geht. Als ich mir eine Sony Alpha 300 angespart hatte, wurde ich endgültig vom Fotofieber erwischt. An dieser Stelle begann eigentlich auch mein tägliches Fotografieren, bzw. kam der Punkt, ab dem ich es als intensives Hobby bezeichnen würde und ich anfing, mich auch in Bereichen außerhalb von Konzertfotos auszuprobieren. Nach 6 Monaten habe ich das Kameramodell gewechselt, weil mir einige Funktionen fehlten und ich mir ein etwas stabileres Gehäuse für die Veranstaltungsausflüge wünschte. So kam ich zur Alpha 700, die ich seitdem (fast) täglich benutze.

Womit unterscheidet sich Deiner Meinung nach die heutige Fotografie von der Fotografie der vorigen Jahre?
Ich denke, es gibt Unterschiede und es wird auch immer Ähnlichkeiten oder wiederkehrende Strömungen geben, wie z.B. bei der Mode. Für genaue Analysen beobachte ich die Szene ehrlich gesagt zu wenig. Allerdings ist die oft genannte „Bilderflut“ meiner Meinung nach ein großer Unterschied zur früheren Fotografie. Durch das Internet ist einfach die Menge der schnell erreichbaren, guten Bilder unüberschaubar groß geworden.

Was inspiriert Dich?
Meine Freunde. Musik. Natur. Ich glaube, alles ein bisschen.

Was kann in Arbeiten anderer Fotografen Dein Interesse wachen?
Wenn Bilder mich emotional berühren, ich kann das schwer beschreiben. Hängt auch mit meinem jeweiligen Gemütszustand zusammen.

Wer ist Dein(e) Lieblingsfotograf(in)?
James Nachtwey finde ich sehr beeindruckend, auch die Person, nicht nur seine überwältigenden und verstörenden Fotos.

Was fällt Dir beim Fotografieren am Schwersten?
Schwer fallen mir Studio-Aufnahmen. Ich bin eher so der stille Beobachter und ich mag Fotos, die nicht gestellt sind, sowie natürliches Licht. Auch habe ich noch etwas Schwierigkeiten, fremde Menschen auf der Straße zwecks Fotoerlaubnis anzusprechen. So habe ich bestimmt schon das eine oder andere Bild verpasst, aber ich arbeite dran.


zur Internetseite von Lars Wendlandt


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