Interview mit Fotografin Julia Jenkins

Erzähl bitte ein wenig über Dich (woher kommst Du, was und wo studierst Du…)  und darüber, wie begannst Du zu fotografieren!
Meine Liebe zur Fotografie hat sich durch mein Interesse an fremden Kulturen und fernen Ländern entwickelt. Diese Faszination für Fremdes habe ich seit ich denken kann. Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich in Nürnberg. Mit 16 Jahren war ich zum erstem Mal ausserhalb Europas. Ich verbrachte ein Austauschjahr an einer High School in Nordkalifornien.  Nach dem Abitur war ich einen Sommer lang in der Karibik und habe an einer Grundschule auf St. Lucia unterrichtet. In Deutschland habe ich Deutschunterricht für Immigranten gegeben. Mit 19 Jahren machte ich alleine meine erste Weltreise. Ich bin jetzt 23 Jahre, studiere Anthropologie und Psychologie in Kalifornien und war mittlerweile in über 100 Ländern und 6 Kontinenten.

Deine Fotografie ist  für Dich …
eine Möglichkeit, Momente und Personen, die mich berühren, festzuhalten.

Was genau willst Du auf Deinen Fotos festhalten?
Einerseits möchte ich Emotionen festhalten , zum anderen aber auch erreichen, dass das Foto eben solche beim Betrachter auslöst. Die Personen, die ich frage, ob ich sie fotografien darf, haben  in meinen Augen oft etwas Geheimnisvolles, aber gleichzeitig sind sie in der Lage sich vor der Kamera zu öffnen. Während ich Potraitaufnahmen mache, sind sie ganz im Hier und Jetzt. Sie  haben keine Angst, ihre Gefühle zu zeigen, sie  verstecken sich nicht hinter einer Pose; sie verlieren sich sozusagen im Moment. Meistens spüre ich dann emotionale Tiefe und Authenzität.

Wer ist Dein(e) Lieblingsfotograf(in)?
Steve McCurry.

Welche Ratschläge könntest Du Anfängern geben?
Es ist wichtig, offen und wachsam für Situationen zu sein, sowie den Menschen respektvoll zu begegnen. Gute Portraits entstehen meistens, wenn die Person Vertrauen zum Fotografen fasst. Entscheidend ist es, sich Zeit für sein Gegenüber zu nehmen und es in seiner Einzigartigkeit zu erfassen.

Du hast mehr als 100 Länder besucht, welcher Ort hat Dich am meisten beeindruckt?
Eine besondere Beziehung habe ich zu Indien. Es ist ein Land der Extreme. Auf der einen Seite ist man oft mit schockierden Realitäteten konfrontiert, auf der andere Seite gibt es so viel Schönes. Ich bin vor allem von Rajasthan fasziniert. Dort habe ich das Gefühl, in eine andere Zeit und eine andere Welt einzutauchen. Das Leben spielt sich fast vollständig auf der Strasse ab, was dem Fotografen Einblicke in Verborgenes gestattet. Ausserdem sind die Menschen sehr herzlich und gastfreundlich. Sie zeigen ihre Emotionen und sind bereit, sich einem Fremden vollkommen zu öffnen. Wenn sie sich freuen, dann sieht man, dass sie sich von ganzem Herzen freuen. Wenn sie traurig sind, dann zeigen sie ihre Traurigkeit. Sie lassen in gewisser Weise Verletzbarkeit zu und haben keine Angst sich so zu zeigen, wie sind; eine gewisse emotionale Ehrlichkeit ist erkennbar. Kulturell gesehen, hat mich Indien am meisten inspiriert zu fotografieren. An Kenia hat mich die Natur besonders faziniert. Die Nationalparks dort sind einfach unbeschreiblich schön.

An welchen Projekten arbeitest du jetzt?
Ich schreibe gerade ein Buch. Es geht um Menschen, denen ich auf meinen Reisen begegnet bin und Erlebnisse, die prägend waren. Zum Bespiel, schreibe ich über meine Zeit, die ich mit Anhängern der Protestbewegung gegen Ahmadinejad im Iran oder mit Flüchtlingen in Burkina Faso, Westafrika verbracht habe.

zur Internetseite von Julia Jenkins

6 total comments on this postSubmit yours
  1. Sehr schöne Porträts!

  2. Absolutely unbelievable pictures. You are amazing. I cant wait to buy and read a book, if you write one.

  3. Sehr schöne Fotos. Glückwunsch!!

  4. Wunderschöne Fotos und eine ungewöhnliche Lebensgeschichte, die sehr beeindruckt!!!
    Zudem spiegeln die Gesichter der Portraits eine unglaubliche Offenheit wider.

  5. hi …………. it is best photo ……………………………….

  6. though, i know little about people and their psychology ,as well as expression of their feelings, but i know more about the frankness they could possibly feel if ,julia asks them to figure out in front of her camera..good luck

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